Schmackhafte Rendite mit Heilkräutern

23. Juni 2010 von Annabelle Meinhold
Uwe Becker, der Kräuterkoch

Uwe Becker, der Kräuterkoch

Bis vor ein paar Jahren war Uwe Becker Koch bei Kardinal Lehmann. Heute ist er Kräuterkoch und ein Geschäftsmann mit einem Herz für Menschen mit Behinderungen. Für sie möchte er eine Heilkräuterküche (Integrationsbetrieb) in Mainz aufbauen. Dafür sucht er noch Investoren: Sie können sich mit so genannte Solidar-Aktien à 10,00 € beteiligen. Bei einem Mindesteinsatz von 10 Aktien erhält der Privatinvestor nach zwei Jahren einen Gewinn von 26,50 €. Das entspricht einer Rendite von 12,5% – diese Höhe bietet derzeit keine Bank an.

Wie Uwe Becker auf die Idee der Solidar-Aktien kam und wie Privatinvestoren an die Solidar-Aktien kommen, erklärt er uns in einem Interview.

MMK: Was bringt einen Kräuterkoch dazu, sich für den Aufbau eines Integrationsbetriebes, einer Heilkräuterküche zu erwärmen? Warum unterstützen Sie das Projekt?

U. Becker: In meiner letzten Tätigkeit als Betriebsleiter eines Integrationsbetriebes für Behinderte in Bingen habe ich mitbekommen, wie wichtig es ist, Menschen mit Behinderung nicht auszugliedern, sondern ihnen eine Aufgabe zu geben, die sie fordert, aber auch fördert. Jeder Behinderte hat seine Stärken, diese heißt es, für ihn und für den Betrieb gewinnbringend einzusetzen.

Außerdem weiß ich aus eigener Erfahrung: Jeden kann es treffen; von heute auf morgen bist Du am Rande der Gesellschaft durch einen Burn-Out, einen Schlaganfall oder einen Unfall. Die Maschen des sozialen Netzes sind gerade in diesen Fällen sehr grob.

MMK: Wie sind Sie auf die Idee einer Heilkräuterküche gekommen?

U. Becker: Die Idee einer Heilkräuterküche habe ich auf dem Rochusberg in Bingen entwickelt. Sie wurde zwei Jahre verfeinert und möchte jetzt als Gesamtkonzept auf den Markt. Das heißt, der Anbau und die Verarbeitung der mittelalterlichen Heilkräuter sollen in einem Integrationsbetrieb erfolgen. Die einfachen Arbeitsschritte in überschaubaren Verantwortungsfeldern sind prädestiniert für die Beschäftigung behinderter Mitmenschen. Sie dürfen ihre Stärken einbringen und sich so eine eigene Existenz aufbauen ohne Dauerhilfen vom Staat.

MMK: Wie genau können wir als Gesellschaft mitmachen, beim Aufbau helfen?

U. Becker: Gerade in der Gründungsphase brauchen wir vor allem finanzielle Unterstützung. Durch den Kauf von so genannten Solidar-Aktien kann sich jeder an dem Projekt beteiligen. Zusätzlich hilft uns ein Interview wie dieses, das Vorhaben bekannter zu machen.

MMK: Was steckt hinter der Idee der Solidar-Aktien? Wie müssen wir uns diese Art von Investition vorstellen?

U. Becker: Die Idee mit den Solidar-Aktien kam mir spontan morgens am Frühstückstisch. Der überschaubare Betrag ist von einer Bank nur schwer zu bekommen. Der Zeitaufwand wäre überproportional. Der private Investor tut Gutes ohne großes Risiko und Kosten. Bei 10 Aktien à 10,00 € erhält der Anleger nach zwei Jahren 126,50€ zurück, zuzüglich Prämie bei positivem Geschäftsverlauf. Das entspricht einer Rendite von 12,5% – das bietet Ihnen keine Bank. Wahlweise kann er auf die Rückzahlung verzichten. In diesem Falle – sowie im Falle des Verlustes – stelle ich mich einen Tag bzw. Abend zur Verfügung und koche beim Investor nach seinen Wünschen. Mein Marktpreis hierfür liegt normalerweise bei knapp 300,00 €. Hierfür würden lediglich noch die Fahrtkosten anfallen.

Zusätzlich hoffe ich auf eine Identifikationsreaktion der Anleger. Somit würden Neukunden gewonnen, die zudem noch werben.

MMK: Gibt es eine Homepage, auf der das Projekt vorgestellt wird?

U. Becker: Die Finanzierungsidee ist eine kurzfristige Aktion. Dafür haben wir keine Präsenz erstellt. Das Gesamtkonzept wird nach der Beantragung der Fördergelder auf meiner Homepage vorgestellt. Wer sich mit Solidar-Aktien bei unserem Projekt finanziell beteiligen möchte, schreibt ein Mail an info@kraeuterkoch.de mit dem Betreff „Solidar-Aktie“ und bekommt von uns die Aktien zugesandt.

MMK: Wie viel Geld benötigen Sie für die Heilkräuterküche und mit wem zusammen realisieren Sie das Projekt?

U. Becker: Die Gründungsaktivitäten und -beratung müssen vorfinanziert werden, um Zuschuss fähig zu sein. Hierfür werden in zwei Schritten jeweils 5.000,00 € benötigt. Alle weiteren Mittel bekommen wir über einen Finanzierungsplan unter Mithilfe zweier privater Investoren und der KfW zur Verfügung gestellt.

Nach dem nun fast einjährigen Alleingang werden namhafte Businessangels aus Süddeutschland den weiteren Weg des Projektes begleiten. Neben Beratung, Businessplan und Beantragung der Fördergelder werden auch zwei Privatinvestoren aus diesem Kreis unser Unternehmen stützen.

MMK: Wer leitet später das Projekt?

U. Becker: Ganz klar liegen meine Stärken auf der praktischen Seite des Projektes. Hier werde ich stets aktiv sein, um feinfühlig die Bedürfnisse des Marktes wahrzunehmen. Die Investoren werden Mitsprache haben und mit mir gemeinsam zum Wohl des Unternehmens entscheiden.

MMK: Wir sind gespannt, wie sich Ihr Investitionsvorhaben entwickelt. Und wünschen Ihnen einen Solidar-Aktien-Regen für Ihr Projekt.


Kurzprofil:

Uwe Becker ist der Kräuterkoch. Seit 30 Jahren steht der gelernte Koch an den Töpfen dieser Welt. Von 2001 bis 2007 kochte er mit Leib und Seele für die Gäste von Kardinal Lehmann. Er ist Mitgründer von kraeuterkoch24.de und ehemaliger Betriebsleiter des Integrationsbetriebes Hildegardforum Bingen.

Das Gespräch führte für die MMK Personalberatung Frau A. Meinhold, Eigentümerin  der Presseagentur Wörterladen.

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