80 Prozent der Fachkräfte schenken Unternehmen zwei Arbeitstage pro Monat

22. Februar 2010 von admin

Im Krisenjahr 2009 ist die Arbeitszufriedenheit von Fach- und Führungskräften in Deutschland rapide gesunken: Nur noch rund 46 Prozent sind mit ihrer Arbeit zufrieden bzw. sehr zufrieden. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der FOM Hochschule für Oekonomie & Management. Unter dem Motto “FOM fragt nach” hat die Hochschule zum Jahreswechsel 1.470 Selbstständige, Manager und Fachangestellte befragt.

“Es scheint, dass die individuelle Belastung der Mitarbeiter zugenommen hat”, so Prof. Dr. Ulrike Hellert, wissenschaftliche Leiterin der Befragung. Obwohl die durchschnittliche vertragliche Arbeitszeit 38,3 Stunden pro Woche beträgt, arbeiten vier von fünf Fachkräften im Mittel 42,4 Stunden. “Wenn man die Überstunden hochrechnet, schenken diese Mitarbeiter ihren Unternehmen zwei Arbeitstage pro Monat”, sagt Prof. Hellert. Nur knapp die Hälfte (46,1%) ist mit den Arbeitsbedingungen zufrieden bzw. sehr zufrieden. Im vergangenen Jahr lag diese Zahl noch bei knapp 77 Prozent.

Auch beim Urlaub wird Verzicht groß geschrieben. Von durchschnittlich 28,4 vertraglich zugesicherten Urlaubstagen nehmen die Fachkräfte 25,9 Tage in Anspruch. Gleichzeitig steigt die Arbeitsbelastung: 44,4 Prozent sagten, oft bzw. sehr oft zeitlichem Druck ausgesetzt zu sein. “Weniger Pausen, erhöhter Zeitdruck und zu wenig Erholung durch Urlaub – das ist eine alarmierende Entwicklung, denn all diese Faktoren bedingen eine steigende psychische Belastung”, so Prof. Hellert.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird von 35,4 Prozent der Fach- und Führungskräfte als schlecht bzw. sehr schlecht beurteilt. Für die Möglichkeit, im “Home Office” zu arbeiten, interessieren sich mehr als die Hälfte (52,8%). “Es gibt hier offenbar viel zu tun”, so Prof. Hellert. “Wir brauchen in Deutschland deutlich bessere Bedingungen, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.”

Positiv: Fast drei Viertel der Befragten (71,5%) können ihre Arbeitszeit eigenverantwortlich gestalten. Quelle: FOM

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