Deutsche sparen in der Krise bei Versicherungen

20. August 2009 von Diedrich Klusmann

Bundesbürger gelten als risikoscheue Wesen. Die Versicherungswirtschaft konnte in den vergangenen Jahrzehnten gut damit leben. Doch die Finanzkrise hat offensichtlich einen Sinneswandel bewirkt: Die Deutschen schließen kaum noch neue Versicherungen ab – und leben somit hochgefährlich.

Kurzarbeit und die Gefahr, den Job zu verlieren, umtreibt die Bundesbürger derzeit mehr, als sich Gedanken um Altersvorsorge oder Risikoabsicherung zu machen. Gleichzeitig haben viele Kunden Vertrauen in die Finanzbranche generell verloren.

Experten sehen die Entwicklung zwiegespalten. Viele bisher abgeschlossene Policen waren ökonomisch unsinnig, andere hingegen sind elementar wichtig.

Im vergangenen Jahr hat die Versicherungswirtschaft ganze 800.000 Lebensversicherungen weniger unter die Leute gebracht als noch 2007. Besonders groß fällt das Minus bei den Kapitallebensversicherungen aus: 21 Prozent. Aber auch bei Berufsunfähigkeitsversicherungen (minus 10,1 Prozent), Risikoversicherungen (minus 8,1 Prozent) und Renten- und Pensionsversicherungen (minus 27,8 Prozent) zeigen sich die Verbraucher knauserig. Mit Maßnahmen wie der Abwrackprämie wird der Verkauf von Versicherungen auch nicht gerade angekurbelt.

Der Einbruch im Neugeschäft dürfte sich im ersten Halbjahr fortgesetzt haben. Auch wenn der Verband der deutschen Versicherer (GdV) die Zahlen noch nicht publiziert hat: Allein im ersten Quartal sind die Neuabschlüsse der Riester-Rente um 16 Prozent eingebrochen. “Dabei läuft das Geschäft noch vergleichsweise gut, weil der Staat Anreize schafft”, sagt Heinz.

Dass die Bundesbürger zurückhaltend sind, privat vorzusorgen oder Grundrisiken abzusichern, gibt Experten zu denken. Denn eine Berufsfähigkeitsversicherung sollte jeder Arbeitnehmer abschließen. Wer nach dem 1. Januar 1961 geboren ist, erhält vom Staat nur eine geringe Erwerbsunfähigkeitsrente.

Und die wird zudem gekürzt, wenn der Betroffene noch in der Lage ist, einige Stunden am Tag als Pförtner zu arbeiten. Die Qualifikation spielt keine Rolle. Ein Muss für Familien ist die Risikolebensversicherung. Mit dieser Police können sich Familien absichern, falls der Haupternährer stirbt. Und eine Haftpflicht braucht ohnehin jeder.

Auch eine private Altersvorsorge ist nach Ansicht von Experten unumgänglich. Doch angesichts der Vielzahl an Optionen fühlen sich Verbraucher überfordert.

Wie ist es bei Ihnen? Sparen Sie bei Versicherungen? Von welchen Versicherungen haben Sie sich getrennt oder bei welcher Versicherung würden Sie nicht sparen?

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1 Kommentar zu „Deutsche sparen in der Krise bei Versicherungen“

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