Bundesagentur für Arbeit in der Kritik

4. August 2009 von Diedrich Klusmann

Wirtschaftsverbände und Parteien haben die Vermittlung der Bundesagentur für Arbeit stark kritisiert. “Um Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt besser in Übereinstimmung zu bringen, müssen die Arbeitsagenturen und Jobcenter bei der Beratung und Vermittlung von Arbeitslosen besser werden”, sagte der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, der “Welt am Sonntag”.

Zwar hätte die Bundesagentur für Arbeit Fortschritte gemacht, dennoch würden sich Betriebe immer noch “viel zu häufig” beklagen, “dass die vorgeschlagenen Bewerber dem Stellenprofil nur unzureichend entsprechen”, so Hundt. Trotz der Krise suchten viele Unternehmen neue Mitarbeiter und könnten Stellen nicht zügig und passgenau besetzen, sagte er weiter. So fehlten der deutschen Wirtschaft trotz Krise mehr als 60.000 Fachkräfte in technischen Berufen.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Arbeitsministerium, Klaus Brandner, räumte ein, dass die Arbeitsvermittlung kein Markenzeichen der Bundesagentur sei. “Wir wären sicherlich weiter, wenn die CDU nicht die nötigen Reformen bei den Jobcentern blockiert hätte”, sagte der SPD-Politiker dem Blatt. Die Union wies Hundts Kritik dagegen zurück. Der arbeitsmarkpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Ralf Brauksiepe, gab zwar zu, dass sicherlich Fehler begangen worden seien. In der Jobvermittlung sei die Bundesagentur für Arbeit jedoch deutlich besser geworden.

FDP-Generalsekretär Dirk Niebel begrüßte Hundts Kritik. “Weil die zentral organisierte große Nürnberger Behörde nicht flexibel genug auf die Notwendigkeiten des Arbeitsmarktes eingehen kann, wird sie von vielen Arbeitgebern nicht mehr eingeschaltet”, sagte er. Die Ineffizienz der BA koste die Versicherten unnötig Geld und minimiere ihre Chancen, einen neuen Job zu finden. Die Arbeitsmarktexpertin der Grünen, Brigitte Pothmer, kommt zu einer ähnlichen Einschätzung. “Die Vorgaben der BA und des Ministeriums sind einfach zu zentralistisch. Die Jobcenter vor Ort brauchen mehr Entscheidungsspielräume”, forderte sie in der “Welt am Sonntag”. Im Juli dieses Jahres waren rund 3,5 Millionen Menschen ohne Job.

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2 Kommentare zu „Bundesagentur für Arbeit in der Kritik“

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  2. Zuerst mal die Klugscheißerei: die BA ist eine Körperschaft, keine Behörde. Was soll ich denn dann bitte von der Kritik des FDP-Generalsekretärs halten?

    Artikel 12 des Grundgesetzes regelt: (1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen.

    Ich frage mich, warum nicht mehr Menschen von diesem Recht Gebrauch machen und sich stattdessen “vermitteln” lassen müssen. Ein Armutszeugnis, auch für die Arbeitgeber, die beklagen, die “falschen” Arbeitnehmer vermittelt zu bekommen.

    Die Lösung heißt “Selbstverantwortung”, und zwar auf beiden Seiten!

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