Wer verdient an der Piraterie?

30. Juli 2009 von Diedrich Klusmann
Die Piraten sind nicht die Einizigen die verdienen

Die Piraten sind nicht die Einizigen die verdienen

Somalische Piraten haben im Golf von Aden seit Januar 130 Schiffe angegriffen. Für ihre Freilassung fordern die Seeräuber hohe Lösegelder und bekommen sie auch. Sicherheitsfirmen und Versicherungen reagieren mit besonderen Angeboten – und verdienen damit gutes Geld.

Die Hart Security Company verkauft Sicherheit: in der Luft, zu Land und zu Wasser. Als im Golf von Aden immer mehr Schiffe verschwanden, eröffnete die in Singapur ansässige Firma kurzerhand ein Büro in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Von hier aus koordiniert sie eine Art Begleitservice für Schiffe, die die gefährliche Reise vom Suezkanal bis in den Persischen Golf antreten. Mitarbeiter der Firma treffen die Frachter in Port Said und bringen sie durch den Kanal und das Rote Meer bis in den Golf von Aden. Die erste Mannschaft bereitet das Schiff vor, sie verändert zum Beispiel die Zugänge, damit Piraten schlechter an Bord kommen. Sobald jemenitische Gewässer erreicht sind, kommt das eigentliche Team aufs Schiff und begleitet es bis zur Omanischen Grenze.

Die Sicherheitsteams seien immer bewaffnet. Alles andere wäre zu gefährlich, für die eigenen Leute genauso wie für die Schiffsbesatzung, sagt Pihema. Je nach Geschwindigkeit des Schiffes kann die Reise vom Mittelmeer in den Persischen Golf bis zu sechs Tage dauern. Preise will Mark Pihema nicht verraten, ebensowenig wie Details über die Kunden.

Auch der Versicherungsmakler Paul Agate, tätig für den britischen Branchenriesen Lloyd’s, rückt weder Kundennamen noch Preise raus. Bestätigt allerdings, dass sich die Versicherungssummen in den letzten Jahren dramatisch nach oben entwickelt haben: “Seit das Problem im Golf von Aden besteht, ist es teuer geworden, einen Frachter zu versichern, der hier durchfährt. Die Policen sind aufs zehn- bis fünfzehnfache gestiegen.”

Drei bis vier Millionen Dollar könne eine Entführung den Versicherer kosten, sagt Agate – inklusive Lösegeld und Schadenersatz für beschädigtes Transportgut. Pleite gegangen ist trotzdem noch niemand. Die Firmen berechnen ganz einfach ihr Risiko und legen es auf die Kunden um. Lloyd’s hat seit Oktober 2008 zwei neue Angebote auf dem Markt: Das eine ist ein Deal mit der privaten Sicherheitsfirma Hart. Wer deren Leute mit an Bord nimmt, erhält einen Preisnachlass bei der Versicherung. Und dann gibt es noch das Entführungs-Rundum-Paket: Sollte das Schiff geentert werden, wird sofort ein Event-Management-Team aktiv, das den Reeder unterstützt und mit den Entführern verhandelt. Das Lösegeld ist ebenfalls abgedeckt – man hat sich auf die neuen Zeiten eingestellt.

In einem Blogbeitrag habe ich soeben eine Erklärung für die Piraterie als in Formeln gefunden – das möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Sie finden den Beitrag hier. Auch ein Interview wurde mit einem Piraten geführt. Unter diesem Link können Sie es nachlesen

Schlagworte: , , , ,

1 Kommentar zu „Wer verdient an der Piraterie?“

  1. Sehr interessante Detailinformationen. Ich finde diese Thematik auch hochinteressant und war überrascht, wie professionell die Piraten inzwischen organisiert sind.

Kommentieren

*