Klage gegen Tchibo wegen Online-Versicherungsvermittlung

9. Juli 2009 von Ralph Meinhold

Kein Eintrag im Versicherungsvermittlerregister, keine Gewerbeerlaubnis  für die Vermittlung von Versicherungen und auch die sonstigen in der Versicherungsvermittlungsverordnung vorgeschriebenen Anforderungen, dass sind die Vorwürfe, die der Verein Wirtschaft im Wettbewerb e.V.  (WIW) der Tchibo Direct Gmbh macht.

Hintergrund dieser Klage ist, dass Tchibo über sein Onlineportal Versicherungen des Direktversicherers Asstel anbietet. Fast das gesamte Spektrum an Versicherungen von Hausratversicherung, über Kfz bis zur Riester-Rente kann auf der Tchibo Seite erworben werden.

„Es ist im Sinne des fairen Wettbewerbs nicht hinzunehmen, dass ein Unternehmen unter dem Deckmantel der Tippgeber-Eigenschaft im großen Stil Versicherungen an Endverbraucher vermitteln kann, ohne die erforderlichen gesetzlichen Vorgaben zu beachten“, sagt WIW-Geschäftsführerin Viola Huber. „Die Informationspflichten dienen dem Schutz des Verbrauchers und sind von allen Versicherungsvermittlern einzuhalten.“

Tchibo hingegen verweist auf seine Rolle als Tippgeber. Tchibo sei kein Vermittler, sondern stellt dem Kooperationspartner Asstel, der sämtliche Auflagen erfüllt,  nur seine Vertriebsfläche zur Verfügung. Jedoch scheint hier das Eis der Argumentation ziemlich dünn. Eine gleiche Begründung hatte die Einzelhandelskette REWE 2008 ins Feld geführt, als Ihre Tochter Penny Versicherungen anbot. Das zuständige Landgericht Wiesbaden hatte damals entschieden, dass hier keine Tippgeber- sondern eindeutig eine Vermittlertätigkeit vorlag.

Wir dürfen gespannt sein, wie das Hamburger Landgericht im Fall Tchibo entscheidet. Was denken Sie, wie streng sollten die Grenzen zwischen Tippgeber und Vermittler verlaufen?

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